Der Creditreform-Bonitätsindex ist eine Kennzahl der Auskunftei Creditreform, die die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls in einem Wert zwischen 100 und 600 ausdrückt. 100 steht für eine ausgezeichnete Bonität, 600 für die Zahlungseinstellung. Je niedriger der Wert, desto geringer das eingeschätzte Ausfallrisiko. Der Index ist eine Fremdeinschätzung auf Basis öffentlicher Daten und Zahlungserfahrungen, kein Bankrating.
Was der Index misst
Creditreform verdichtet die zu einem Unternehmen vorliegenden Informationen in einem mathematisch-statistischen Verfahren zu einer einzigen Zahl. Diese Zahl beziffert nach Darstellung des Herausgebers die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls. Sie ist damit ein Risikomaß.
Der Index ist von der Bonitätsbeurteilung einer Bank zu trennen. Creditreform bewertet neben öffentlichen Daten weitere Informationen, etwa Zahlungsweisen und Inkassodaten. Für Banken gilt Erwägungsgrund 72 der Richtlinie 2013/36/EU. Danach sollen Institute externe Bonitätsbeurteilungen als einen von mehreren Anhaltspunkten heranziehen. Ausschließlich oder automatisch sollen sie sich darauf nicht stützen.
Skala und die belegten Fixpunkte
Creditreform veröffentlicht die Endpunkte der Skala und einen konkreten Schwellenwert aus dem Zertifizierungsverfahren CrefoZert. In den ausgewerteten Creditreform-Quellen fehlt eine vollständige Stufeneinteilung samt Bezeichnungen. Stufentabellen aus anderen Quellen geben wir deshalb nicht wieder.
| Fixpunkt | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Bestwert der Skala | 100 | ausgezeichnete Bonität |
| Voraussetzung CrefoZert | 100 bis 249 | Zertifikat nur in diesem Korridor |
| Schlechtestwert der Skala | 600 | Zahlungseinstellung |
Der Korridor bis 249 ist die einzige Grenze in diesen Quellen. Für das CrefoZert verlangt Creditreform zusätzlich, dass zwei Jahre lückenlos durch Jahresabschlüsse dargestellt werden können, und die Beantwortung von Fragen zur aktuellen Geschäftslage und zu den Zukunftsperspektiven des Unternehmens. Das Zertifikat wird nach Angaben von Creditreform pro Jahr an etwa 1.500 mittelständische Unternehmen in Deutschland vergeben.
Was in den Index einfließt
Creditreform benennt die Merkmale, gewichtet sie nach eigener Darstellung und verdichtet sie in einem mathematisch-statistischen Analyseverfahren. Aufgeführt werden Krediturteil, Zahlungsweise, Jahresabschlussdaten, Branchenrisiko, Unternehmensentwicklung, Umsatz, Rechtsform, Unternehmensalter, Regionenrisiko, Auftragslage, Kapital, Erfahrung des Managements, Anzahl der Mitarbeiter sowie die Relationen Umsatz je Mitarbeiter und Kapital zu Umsatz. An anderer Stelle nennt Creditreform zusätzlich Inkassodaten. Wie stark das einzelne Merkmal wiegt, veröffentlicht Creditreform nicht.
Die Eigenkapitalquote steht in dieser Aufzählung nicht als eigener Punkt. Creditreform nennt Kapital und die Relation von Kapital zu Umsatz. Die Kapitalausstattung geht also über diese beiden Merkmale ein.
Zwei Punkte liegen in Ihrer Hand. Erstens die Datenlage: Creditreform empfiehlt, die Unternehmensbefragung online zu beantworten. Zweitens die Zahlungsweise: Sie ist ein eigenes Merkmal des Index.
Wann eine offene Forderung überhaupt gemeldet werden darf
Für Einzelunternehmer, Personengesellschafter und persönlich haftende Gesellschafter gilt eine Grenze, die viele nicht kennen: § 31 Abs. 2 BDSG zählt abschließend auf, welche offenen Forderungen eine Auskunftei in einen Wahrscheinlichkeitswert über die Zahlungsfähigkeit einer natürlichen Person einbeziehen darf. Erfasst sind nur Forderungen über eine trotz Fälligkeit nicht erbrachte Leistung, und auch die nur in fünf Fällen.
| Grundlage | Voraussetzung |
|---|---|
| Titel | rechtskräftiges oder für vorläufig vollstreckbar erklärtes Urteil, oder ein Schuldtitel nach § 794 ZPO |
| Insolvenztabelle | nach § 178 InsO festgestellt und vom Schuldner im Prüfungstermin nicht bestritten |
| Anerkenntnis | der Schuldner hat die Forderung ausdrücklich anerkannt |
| Mahnverfahren | mindestens zweimal schriftlich gemahnt, erste Mahnung mindestens vier Wochen her, vorherige Unterrichtung über die mögliche Meldung, und die Forderung ist nicht bestritten |
| Fristlose Kündigung | das Vertragsverhältnis kann wegen Zahlungsrückständen fristlos gekündigt werden, nach vorheriger Unterrichtung über die mögliche Meldung |
Daraus folgt der wichtigste Satz dieses Abschnitts: Eine bestrittene Forderung darf im Mahnfall nicht einfließen. Wer eine Rechnung dem Grunde oder der Höhe nach bestreitet, sollte das schriftlich und nachweisbar tun, nicht am Telefon. Umgekehrt gilt dasselbe für Sie als Gläubiger: Wer eine unbezahlte Rechnung gemeldet haben möchte, braucht zwei Mahnungen, die Vierwochenfrist, den dokumentierten Hinweis auf die mögliche Meldung und eine unbestrittene Forderung.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. § 31 BDSG schützt natürliche Personen. Der Bonitätsindex einer GmbH oder AG fällt nicht darunter, weil die Datenschutz-Grundverordnung Daten juristischer Personen nicht erfasst. Und § 31 Abs. 2 Satz 2 BDSG stellt klar, dass die Verarbeitung anderer bonitätsrelevanter Daten nach allgemeinem Datenschutzrecht unberührt bleibt: Die Aufzählung begrenzt nur die Forderungen, nicht den übrigen Datenbestand.
Selbstauskunft und Korrekturweg
Die Datenkopie nach Artikel 15 Absatz 3 DSGVO ist kostenlos. Creditreform stellt dafür ein Online-Formular bereit und versendet die Auskunft ausschließlich auf dem Postweg, persönlich adressiert an den Inhaber oder Geschäftsführer. Zur Bearbeitungszeit verweist Creditreform auf Artikel 12 Absatz 3 DSGVO und gibt bis zu vier Wochen an. Die Norm selbst nennt einen Monat, der sich bei besonderer Komplexität oder hoher Antragszahl um zwei weitere Monate verlängern lässt. Planen Sie also nicht mit vier Wochen als Zusage, sondern mit einer gesetzlichen Höchstfrist, die länger ausfallen kann. Der Korrekturweg läuft danach in dieser Reihenfolge: Auskunft lesen, falsche oder veraltete Angaben schriftlich und mit Nachweis rügen, Berichtigung bestätigen lassen, aktualisierte Auskunft anfordern.
Wichtig ist der Zeitpunkt. Creditreform gibt an, dass die Aktualisierung des Bonitätsindex in der Regel alle drei Monate erfolgt. Eine Korrektur oder ein eingereichter Abschluss wirkt also nicht am selben Tag. Wer eine Finanzierung plant, sollte die Auskunft mehrere Monate vor der Ansprache einholen, nicht in der Woche des Termins.
Creditreform besteht aus rechtlich selbständigen Vereinen an 128 Standorten. Ihre Zuständigkeit richtet sich nach eigener Darstellung immer nach dem Hauptgeschäftssitz des Unternehmens.
Direkt zu den Formularen und Stellen
- Kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO anfordern — Online-Formular, Versand ausschließlich per Post
- Alle 128 Standorte mit Postleitzahlsuche — zuständig ist der Verein am Hauptgeschäftssitz
- Datenschutzerklärung von Creditreform — die veröffentlichten Speicher- und Löschfristen
Abgrenzung zum CrefoScore
Der Bonitätsindex und der im Markt gebräuchliche Ausdruck CrefoScore sind auseinanderzuhalten. Der Bonitätsindex ist die von Creditreform öffentlich beschriebene Kennzahl mit der Skala 100 bis 600. Mit CrefoScore kann zweierlei gemeint sein: der Bonitätsindex aus der Wirtschaftsauskunft oder ein Scorewert aus den Scoring- und Ratingsystemen der Creditreform Rating AG. Diese Systeme beschreibt Creditreform als Verfahren zur Beurteilung von Adressenausfallrisiken. Eine Verfahrensbeschreibung unter dem Namen CrefoScore veröffentlicht Creditreform nicht. Nennen Sie im Bankgespräch deshalb den konkreten Wert aus Ihrer eigenen Auskunft.
Reichen Sie den Jahresabschluss beim Unternehmensregister ein, wie es § 325 Absatz 1 HGB für Geschäftsjahre ab 2022 verlangt. Beantworten Sie zusätzlich die Unternehmensbefragung von Creditreform vollständig und mit denselben Zahlen. Prüfen Sie in der Datenkopie besonders Mitarbeiterzahl, Umsatz und Geschäftsgegenstand. Peak Advisors sichtet diese Auskunft vor der Bankansprache gemeinsam mit den Unterlagen, damit Fremdbild und Eigenbild zusammenpassen.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Creditreform-Bonitätsindex?
Er drückt die von Creditreform eingeschätzte Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls in einem Wert zwischen 100 und 600 aus. 100 steht für eine ausgezeichnete Bonität, 600 für die Zahlungseinstellung. Je niedriger der Wert, desto geringer das eingeschätzte Risiko.
Welcher Bonitätsindex ist gut?
In den hier ausgewerteten Creditreform-Veröffentlichungen fehlt eine Notenskala mit Stufenbezeichnungen. Belegt ist ein Korridor: Für das Bonitätszertifikat CrefoZert verlangt Creditreform einen Bonitätsindex zwischen 100 und 249. Das ist der einzige Schwellenwert in diesen Veröffentlichungen.
Welche Daten fließen in den Bonitätsindex ein?
Creditreform nennt Krediturteil, Zahlungsweise, Jahresabschlussdaten, Branchenrisiko, Unternehmensentwicklung, Umsatz, Rechtsform, Unternehmensalter, Regionenrisiko, Auftragslage, Kapital, Erfahrung des Managements, Anzahl der Mitarbeiter sowie die Relationen Umsatz je Mitarbeiter und Kapital zu Umsatz. Hinzu kommen Inkassodaten. Die Eigenkapitalquote wird nicht als eigener Punkt geführt. Die Gewichtung der einzelnen Merkmale veröffentlicht Creditreform nicht.
Wie erhalte ich meine Selbstauskunft bei Creditreform?
Über das Online-Formular für die Datenkopie nach Artikel 15 Absatz 3 DSGVO. Die Auskunft ist kostenfrei und wird ausschließlich auf dem Postweg versendet, persönlich adressiert an den Inhaber oder Geschäftsführer. Creditreform verweist auf die Bearbeitungsfrist des Artikels 12 Absatz 3 DSGVO und gibt bis zu vier Wochen an. Die Norm selbst nennt einen Monat, verlängerbar um zwei weitere Monate.
Wie lasse ich einen falschen Eintrag korrigieren?
Zuerst die Datenkopie anfordern, dann die beanstandete Angabe schriftlich und mit Nachweis rügen und die Berichtigung bestätigen lassen. Danach eine aktualisierte Auskunft anfordern. Creditreform gibt an, dass die Aktualisierung des Bonitätsindex in der Regel alle drei Monate erfolgt, die Korrektur also nicht sofort im Wert sichtbar wird.
Ist der Bonitätsindex dasselbe wie der CrefoScore?
Nein. Der Bonitätsindex ist die von Creditreform öffentlich beschriebene Kennzahl auf der Skala 100 bis 600. Unter dem Namen CrefoScore beschreibt Creditreform heute keine Kennzahl. Daneben beschreibt Creditreform die Scoring- und Ratingsysteme der Creditreform Rating AG.
Quellen
- Creditreform, Bonität von Geschäftspartnern prüfen, Skala 100 bis 600 und einfließende Informationen einschließlich Inkassodaten, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- Creditreform, Kurz erklärt: Bonitätsprüfung Unternehmen, Skala, mathematisch-statistisches Verfahren, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- Creditreform, Creditreform Bonitätszertifikat CrefoZert, Voraussetzungen und etwa 1.500 Zertifikate pro Jahr, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- Creditreform, Wie Sie Ihren Bonitätsindex verbessern, Merkmalsliste, Unternehmensbefragung, Aktualisierung in der Regel alle drei Monate, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- Creditreform, Kostenlose Datenkopie nach DSGVO anfordern, Versand per Post, Bearbeitungsfrist, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- EUR-Lex, Datenschutz-Grundverordnung (EU) 2016/679, Art. 12 Abs. 3, Art. 15 Abs. 3, Art. 16 und Erwägungsgrund 14, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- Bundesministerium der Justiz, § 325 HGB, Offenlegung, Fassung vom 10.07.2026 (Standortfördergesetz vom 04.02.2026), abgerufen 11.09.2026 Quelle
- Bundesministerium der Justiz, § 31 BDSG, Schutz des Wirtschaftsverkehrs bei Scoring und Bonitätsauskünften, Absatz 2 mit den fünf zulässigen Forderungsgrundlagen, abgerufen 11.09.2026 Quelle
- Bundesministerium der Justiz, § 794 ZPO, weitere Vollstreckungstitel, abgerufen 11.09.2026 Quelle
- Bundesministerium der Justiz, § 178 InsO, Feststellung einer Forderung zur Insolvenztabelle, abgerufen 11.09.2026 Quelle
- Creditreform, Standorte, 128 Standorte, Zuständigkeit nach dem (Haupt-)Geschäftssitz des Unternehmens, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- Bundesanzeiger Verlag, Publikations-Plattform, Fragen und Antworten zur Übermittlung, Unternehmensregister für Geschäftsjahre beginnend nach dem 31.12.2021, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- EUR-Lex, Richtlinie 2013/36/EU (CRD), Erwägungsgrund 72, externe Bonitätsbeurteilungen als einer von mehreren Anhaltspunkten, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
Alle Angaben mit Stand 20.09.2026. Diese Seite erklärt Begriffe und Mechanik, sie ersetzt keine Beratung im Einzelfall.