Ein Businessplan beschreibt Vorhaben, Markt, Team und Zahlenwerk eines Unternehmens in einem zusammenhängenden Dokument. Für Kreditinstitute ist der Finanzteil der Kern: Plan-GuV, Liquiditätsplanung und Planbilanz müssen rechnerisch zusammenpassen. Bei den KfW-Gründungskrediten entscheidet zusätzlich die Reihenfolge. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt sein. Fehlen eigene Sicherheiten, führen Haftungsfreistellung, Garantieübernahme und Bürgschaft ohne Bank zu drei verschiedenen Lösungen.
Wofür ein Businessplan verlangt wird
Ein Businessplan ist kein Werbedokument, sondern eine Rechenschaft über Annahmen. Verlangt wird er etwa bei der Existenzgründung, bei der Übernahme eines bestehenden Betriebs, bei Wachstumsvorhaben mit veränderter Struktur und bei der Beantragung von Fördermitteln. Wer ihn nur für die Bank schreibt, merkt das am Ergebnis: Die Zahlen tragen die Erzählung nicht.
Der Umfang folgt dem Vorhaben, nicht einer Norm. Entscheidend ist, dass jede Zahl im Finanzteil auf eine Aussage im Textteil zurückführbar ist und umgekehrt. Ein Plan, der 40 Prozent Umsatzwachstum im zweiten Jahr ausweist, muss im Textteil erklären, woher die Kunden kommen, wer sie bedient und womit die Leistung erbracht wird. Die Institute sollen nach den EBA-Leitlinien prüfen, ob die Prognosen realistisch und angemessen sind. Ohne diese Klammer lässt sich das kaum zeigen.
Aufbau
- Zusammenfassung auf einer Seite, zuletzt geschrieben
- Vorhaben, Leistung und Alleinstellung
- Markt, Zielkunden und Wettbewerb
- Person und Qualifikation, bei Übernahmen die Nachfolgeregelung
- Rechtsform, Haftung und Beteiligungsverhältnisse
- Vertrieb, Standort und Organisation
- Chancen und Risiken mit Gegenmaßnahmen
- Finanzteil und Kapitalbedarfsplanung mit Mittelverwendung
- Anlagen: Lebenslauf, Qualifikationsnachweise, Verträge, Angebote
Die Gliederung, die die KfW abfragt
Eine amtliche Gliederungsvorgabe für Businesspläne gibt es nicht. Die KfW stellt aber einen Fragenkatalog bereit: das Geschäftskonzept, Formularnummer 600 000 5285, Stand 09/2025. Die KfW nennt es selbst einen Orientierungsrahmen. Sie empfiehlt, ihn für das eigene Vorhaben zu kürzen oder zu erweitern.
| Abschnitt | Worauf die Fragen zielen |
|---|---|
| 1 Geschäftsidee | Produkt oder Dienstleistung, Nutzen für den Kunden, Unterschied zum Wettbewerb |
| 2 Persönliche Voraussetzungen | Ausbildung, Branchenerfahrung, kaufmännische Kenntnisse, eigene finanzielle Verpflichtungen, Vertretung bei Krankheit |
| 3 Markteinschätzung | Zielgruppe, Marktvolumen, Marketingkosten, Abhängigkeit von wenigen Großkunden, vorhandene Kundenkontakte |
| 4 Wettbewerbssituation | Wer die Konkurrenten sind, wo sie besser oder schlechter sind, welcher Mehrnutzen bleibt |
| 5 Produktions- und Dienstleistungsfaktoren | Betriebsprozess vom Einkauf bis zum Vertrieb, Maschinen und Einrichtung, Personal, Fremdleistungen |
| 6 Standortwahl | Anforderungen an den Standort, Einzugsgebiet, Verkehrsanbindung |
| 7 Zukunftsaussichten | Ziele und Maßnahmen, Branchenentwicklung, Reaktion auf einen Nachfragerückgang |
| 8 Weitere wichtige Aspekte | Rechtsform und Gesellschafterstruktur, Genehmigungen und Zulassungen, Flächen und Räume, Versicherungen für Betrieb und Familie sowie die eigene Altersversorgung |
Bemerkenswert ist Punkt 8. Die KfW fragt im selben Atemzug nach den betrieblichen Versicherungen, nach der Absicherung der Familie und nach der Altersversorgung des Selbstständigen. Aus Sicht von Peak Advisors hat das einen Grund. Hängt ein Vorhaben an einer Person und einem Schadenfall, ist der Kapitaldienst gefährdet.
Der Finanzteil
Drei Rechnungen gehören zusammen und müssen sich gegenseitig bestätigen. Die Plan-GuV zeigt den Erfolg einer Periode, die Liquiditätsplanung die Zahlungsfähigkeit, die Planbilanz die Vermögens- und Kapitalstruktur zum Stichtag. Die KfW-Formulare sehen eine Rentabilitätsvorschau über drei Geschäftsjahre vor. Der Liquiditätsplan der KfW läuft über zwölf Monate.
Gewinn und Zahlungsfähigkeit sind zwei verschiedene Größen. Ein Plan kann Gewinn ausweisen und trotzdem in eine Unterdeckung laufen, weil Forderungen, Vorräte und Tilgung Geld binden, ohne durch die Gewinn- und Verlustrechnung zu laufen.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Ergebnis nach Plan-GuV | 60.000 € |
| zuzüglich Abschreibungen | 45.000 € |
| abzüglich Aufbau Forderungen | 98.000 € |
| abzüglich Aufbau Vorräte | 40.000 € |
| abzüglich Tilgung | 50.000 € |
| Veränderung der Liquidität | minus 83.000 € |
Die Liquidität sinkt also, obwohl der Plan Gewinn ausweist. Ein Plan, der diese Überleitung nicht enthält, beantwortet die zentrale Frage der Kreditprüfung nicht. Wer sie mitliefert, nimmt die erste Rückfrage vorweg.
Zum Finanzteil gehört außerdem der private Kapitalbedarf. Gründerinnen und Gründer müssen ihren Lebensunterhalt, Kranken- und Altersvorsorge sowie Steuervorauszahlungen aus dem Vorhaben bestreiten. Diese Entnahmen gehören in die Liquiditätsplanung, nicht in eine Nebenrechnung. Ein Plan ohne Entnahmen ist rechnerisch richtig und praktisch wertlos.
Was Banken und Förderbanken verlangen
Nach den EBA-Leitlinien für die Kreditvergabe sollen Institute bewerten, ob der Kreditnehmer seine Verpflichtungen gegenwärtig und künftig erfüllen kann. Die verwendeten Prognosen sollen realistisch und angemessen sein. Ab einer bestimmten Kredithöhe ist die Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse gesetzlich vorgeschrieben: Nach § 18 Abs. 1 KWG darf ein Kreditinstitut einen Kredit, der insgesamt 1.500.000 € oder 10 Prozent seines Kernkapitals überschreitet, nur gewähren, wenn es sich die wirtschaftlichen Verhältnisse offenlegen lässt. Das Bankenrichtlinienumsetzungs- und Bürokratieentlastungsgesetz hat die Schwelle angehoben. Nach Angabe der Bundesbank ist das Gesetz grundsätzlich zum 01.04.2026 in Kraft getreten.
Bei Förderdarlehen tritt die Programmlogik hinzu. Sie bestimmt, welche Kosten in den Kapitalbedarf gehören und wann der Antrag zu stellen ist.
ERP-Gründerkredit StartGeld (067)
Die KfW stellt bis zu 200.000 € je Vorhaben bereit, davon höchstens 80.000 € für Betriebsmittel. Vorhandene eigene Mittel sollen nach Möglichkeit eingebracht werden. Eine Mindestquote nennt das Merkblatt nicht. Die KfW stellt das Kreditinstitut zu 80 Prozent von der Haftung frei. Gefördert werden Gründungen, Beteiligungen, Übernahmen sowie Unternehmen, die noch keine fünf Jahre am Markt sind, im Haupt- wie im Nebenerwerb. Zwei Varianten stehen zur Wahl: bis zu 5 Jahre Laufzeit mit einem tilgungsfreien Jahr oder bis zu 10 Jahre mit zwei tilgungsfreien Jahren. Eine mehrmalige Beantragung bis zum Höchstbetrag ist möglich, die Kombination mit anderen KfW- oder ERP-Programmen dagegen nicht. Der Kredit ist eine De-minimis-Beihilfe; der Gesamtbetrag solcher Beihilfen darf 300.000 € in drei Jahren nicht übersteigen (KfW-Merkblatt 067, Stand 18.06.2026).
ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077)
Dieses Programm richtet sich an Antragsteller, die weniger als fünf Jahre geschäftstätig sind und Teil der Geschäftsführung sind oder werden. Es stellt bis zu 500.000 € je Antragsteller bereit, wobei der Kreditbetrag höchstens 35 Prozent der förderfähigen Kosten ausmachen darf. Der Kreditnehmer haftet persönlich, zusätzlich übernimmt eine Bürgschaftsbank eine 100-prozentige Garantie. Weitere Sicherheiten verlangt die KfW nicht. Wählbar sind 15 Jahre Laufzeit mit fünf Tilgungsfreijahren und zehnjähriger Zinsbindung oder 10 Jahre mit zwei Tilgungsfreijahren und Zinsbindung über die gesamte Laufzeit.
Wenn die Sicherheiten fehlen
Fehlen eigene Sicherheiten, gibt es drei getrennte Wege. StartGeld und 077 lassen sich nicht kombinieren, denn das StartGeld schließt andere KfW- und ERP-Programme aus.
Über die Bank
- Haftungsfreistellung der KfW beim StartGeld: Das Kreditinstitut trägt nur 20 Prozent des Ausfallrisikos
- Garantieübernahme der Bürgschaftsbank beim 077: 100 Prozent, weitere Sicherheiten entfallen
Vor der Bank
- Bürgschaft ohne Bank der Bürgschaftsbank NRW: bis zu 80 Prozent Ausfallbürgschaft, maximal 400.000 €, Laufzeit bis 15 Jahre
- Die Bürgschaftsbank bleibt zwei Monate an ihre Offerte gebunden. In dieser Frist kann eine Hausbank freier Wahl beitreten
Die ExpressBürgschaft derselben Bank deckt 50 bis 80 Prozent bis 400.000 € mit einer Entscheidung in höchstens fünf Werktagen; für Gründungen und Nachfolgen gibt es eine eigene Variante mit 50 bis 70 Prozent. Wer statt einer Bürgschaft Eigenkapital braucht, findet es etwa im Mikromezzaninfonds Deutschland. Dessen stille Beteiligungen vergeben die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften der Länder; die Mechanik solcher Instrumente erklärt der Beitrag zum Mikromezzanin.
Gründung aus der Arbeitslosigkeit
Hier geht der Businessplan nicht nur zur Bank. Der Gründungszuschuss nach § 93 SGB III verlangt einen Restanspruch auf Arbeitslosengeld von mindestens 150 Tagen und die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle zur Tragfähigkeit der Gründung; als fachkundige Stellen nennt das Gesetz unter anderem Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Fachverbände und Kreditinstitute. Nach § 94 SGB III wird zunächst sechs Monate das zuletzt bezogene Arbeitslosengeld zuzüglich 300 € monatlich gezahlt. Danach kann der Zuschuss neun weitere Monate mit 300 € monatlich fließen. Voraussetzung ist, dass Sie Ihre Geschäftstätigkeit mit geeigneten Unterlagen darlegen. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.
Was die fachkundige Stelle prüft
Nach den Fachlichen Weisungen der Bundesagentur für Arbeit bildet die Stellungnahme die Entscheidungsgrundlage. Fachkompetenz und bescheinigte Tragfähigkeit sind grundsätzlich nicht anzuzweifeln. Die Agentur prüft die Stellungnahme aber inhaltlich, soweit die Unterlagen das erlauben. Bei begründeten Zweifeln kann sie eine weitere fachkundige Stelle einschalten. Die Kosten der Stellungnahme tragen Sie selbst.
Vorzulegen sind vier Unterlagen: die Beschreibung des Vorhabens, der Lebenslauf mit Qualifikationsnachweisen, der Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan sowie die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau. Beurteilt wird entlang eines festen Rasters: fachliche und branchenspezifische Eignung, kaufmännische und unternehmerische Kompetenz, Vorliegen der Zulassungsvoraussetzungen, Konkurrenzfähigkeit des Vorhabens, Plausibilität von Umsatz-, Ergebnis- und Kapitalbedarfsschätzung sowie die Frage, ob das erwartete Einkommen eine ausreichende Lebensgrundlage bietet. Am Ende steht eine Gesamtbeurteilung der Tragfähigkeit.
Als fachkundige Stellen nennen die Weisungen Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, berufsständische Kammern, Fachverbände und Kreditinstitute Nach den Weisungen kommen auch steuer- und unternehmensberatende Berufe mit Schwerpunkt Existenzgründung in Betracht. Die Aufzählung ist nicht abschließend. Welche Kammer für Ihren Standort zuständig ist, finden Sie über die IHK-Suche nach Postleitzahl. Die fachkundige Stelle prüft eine andere Frage als die Bank. Das Formular der Bundesagentur fragt, ob das erwartete Einkommen eine ausreichende Lebensgrundlage bietet. Ein Plan kann die eine Frage bestehen und an der anderen scheitern. Das erwartete Unternehmerentgelt gehört deshalb sichtbar in die Rentabilitätsvorschau.
Wer Grundsicherungsgeld bezieht, kann Einstiegsgeld nach § 16b SGB II erhalten. Das Grundsicherungsgeld hat am 01.07.2026 das Bürgergeld abgelöst. Es wird für höchstens 24 Monate erbracht; Höhe und Bewilligung liegen im Ermessen des Jobcenters, das dabei die vorherige Dauer der Arbeitslosigkeit und die Größe der Bedarfsgemeinschaft berücksichtigt.
Die Reihenfolge entscheidet über das Geld
Die KfW-Merkblätter 067 und 077 verlangen den Antrag vor Beginn des Vorhabens. Klären Sie mit dem Kreditinstitut, welche Verträge schon als Beginn gelten. Schließen Sie bis dahin keine Kauf- oder Lieferverträge.
- Konzept und Finanzteil fertigstellen, Kapitalbedarf einschließlich privater Entnahmen ermitteln
- Bei Gründung aus Arbeitslosigkeit: Stellungnahme der fachkundigen Stelle einholen
- Förder- und Bürgschaftsanträge über das Kreditinstitut stellen, vor jeder Auftragsvergabe
- Zusagen abwarten, dann Verträge schließen und Aufträge vergeben
- Gewerbe anzeigen: Nach § 14 Abs. 1 GewO ist der Beginn des selbständigen Betriebs gleichzeitig anzuzeigen
- Steuerliche Erfassung: Die Betriebseröffnung ist nach § 138 AO mitzuteilen, die weiteren Auskünfte sind elektronisch zu übermitteln, jeweils innerhalb eines Monats nach dem meldepflichtigen Ereignis
- Versicherungsschutz und persönliche Absicherung vor dem ersten Auftrag klären
Das Gründerpaket von Peak Advisors
Für alles, was oben beschrieben ist, gibt es Vorlagen, Checklisten und eine geprüfte Programmübersicht. Peak Advisors stellt sie als Gründerpaket zusammen und gibt es kostenlos ab.
Das Paket enthält eine Gliederung für den Businessplan, Vorlagen für Investitions-, Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung, eine Unterlagen-Checkliste für das Bankgespräch, die Zeitschiene von der Idee bis zur Gewerbeanzeige und eine quellengeprüfte Übersicht der Förderprogramme für Gründung und Nachfolge mit Stand 11.09.2026.
Anfordern per E-Mail an anfrage@peak-advisors.de mit dem Stichwort Gründerpaket. Es entstehen keine Kosten und keine Verpflichtung.
Formulare und Merkblätter direkt bei der KfW
Diese Unterlagen gehören zum Antrag. Sie stehen hier bewusst als Verweis und nicht als Kopie: Die KfW ändert Merkblätter und Formulare laufend, zuletzt das Merkblatt zum StartGeld am 18.06.2026. Eine gespeicherte Fassung ist ab dem nächsten Stichtag falsch.
- Produktseite ERP-Gründerkredit StartGeld (067)
- Produktseite ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077)
- Geschäftskonzept und Businessplan, Formular 600 000 5285
- Investitionsplan
- Liquiditätsplan
- Rentabilitätsvorschau
- De-minimis-Erklärung
- Selbsterklärung KMU mit Merkblatt zur KMU-Definition
- Einwilligungserklärung
Zum Paket gehört eine Einordnung der Unterlagen. Sie benennt, was ein Gründer selbst erledigen kann und wo Beratung den Unterschied macht: bei der Struktur der Finanzierung und der Auswahl des richtigen Förderwegs, bei der gewerblichen Sachversicherung, die Betriebsunterbrechung, Haftpflicht und Cyberrisiken abdeckt, und bei der Absicherung der Gründerperson selbst. Versicherungen vermittelt Peak Advisors nicht. Diesen Teil übernimmt Sperling Baufinanzierung, das Finanzierungsbüro von Christian Sperling. Die KfW fragt im Geschäftskonzept ausdrücklich nach Versicherungen für Betrieb und Familie und nach der Altersversorgung.
Wo die Belege enden
Eine amtliche Vorgabe zu Länge, Gliederung, Zahl der Planjahre oder Detailtiefe eines Businessplans gibt es nicht. Ebenso wenig veröffentlicht eine Stelle Mindestquoten für Eigenkapital, eine Zielgröße für die Kapitaldienstdeckung im Planjahr oder eine akzeptierte Bandbreite für Umsatzwachstum. Diese Maßstäbe setzt jedes Institut intern und legt sie nicht offen. Belegbar sind nur die gesetzlichen Anforderungen und die veröffentlichten Programmbedingungen der Förderbanken. Programmkonditionen ändern sich außerdem laufend; die hier genannten Werte tragen deshalb jeweils den Stand ihrer Quelle.
Schreiben Sie die Liquiditätsplanung vor der Plan-GuV, nicht danach. Wer mit dem Zahlungsstrom beginnt, erkennt früh, wie viel Kapital Forderungen, Vorräte und Tilgung binden, und kommt zu realistischeren Umsatzannahmen. Planen Sie das erste Jahr monatlich, hinterlegen Sie jede Umsatzzeile mit einer Mengen- und einer Preisannahme und tragen Sie Ihre privaten Entnahmen einschließlich Vorsorge und Steuern ein. Peak Advisors prüft den Finanzteil auf die Fragen, die im Kreditvotum tatsächlich gestellt werden, bevor der Plan bei der Bank liegt.
Häufige Fragen
Was gehört in einen Businessplan?
Es gibt keine amtliche Gliederungsvorgabe. Die KfW stellt aber einen Fragenkatalog als Orientierungsrahmen bereit. Das KfW-Geschäftskonzept (Formular 600 000 5285, Stand 09/2025) fragt Geschäftsidee, persönliche Voraussetzungen, Markteinschätzung, Wettbewerbssituation, Produktions- und Dienstleistungsfaktoren, Standortwahl, Zukunftsaussichten sowie Rechtsform, Genehmigungen, Flächen und Versicherungen ab. Dazu kommt der Finanzteil mit Kapitalbedarf und Mittelverwendung. Entscheidend bleibt, dass jede Zahl im Finanzteil auf eine Aussage im Textteil zurückführbar ist.
Warum reicht die Plan-GuV allein nicht aus?
Weil Gewinn und Zahlungsfähigkeit zwei verschiedene Dinge sind. Aufbau von Forderungen und Vorräten sowie die Tilgung binden Geld, ohne durch die Gewinn- und Verlustrechnung zu laufen. Ein Plan mit ausgewiesenem Gewinn kann deshalb in eine Unterdeckung laufen. Die Überleitung vom Ergebnis zur Liquidität gehört in jeden Finanzteil, ebenso die privaten Entnahmen.
Was prüft die IHK als fachkundige Stelle?
Die IHK beurteilt die Tragfähigkeit der Existenzgründung entlang eines festen Rasters: fachliche und branchenspezifische Eignung, kaufmännische Kompetenz, Zulassungsvoraussetzungen, Konkurrenzfähigkeit, Plausibilität von Umsatz-, Ergebnis- und Kapitalbedarfsschätzung und die Frage, ob das erwartete Einkommen eine ausreichende Lebensgrundlage bietet. Vorzulegen sind Vorhabensbeschreibung, Lebenslauf mit Nachweisen, Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan sowie Umsatz- und Rentabilitätsvorschau. Nach den Fachlichen Weisungen ist die bescheinigte Tragfähigkeit grundsätzlich nicht anzuzweifeln. Die Agentur prüft die Stellungnahme aber inhaltlich und kann bei begründeten Zweifeln eine weitere Stelle einschalten.
Wie viel bekomme ich über den ERP-Gründerkredit StartGeld?
Bis zu 200.000 € je Vorhaben, davon höchstens 80.000 € für Betriebsmittel. Eigene Mittel sollen nach Möglichkeit eingebracht werden, eine Mindestquote nennt das Merkblatt nicht. Die KfW stellt das Kreditinstitut zu 80 Prozent von der Haftung frei. Gefördert werden Gründungen und Unternehmen, die noch keine fünf Jahre am Markt sind. Eine Kombination mit anderen KfW- oder ERP-Programmen ist nicht möglich, eine mehrmalige Beantragung bis zum Höchstbetrag dagegen schon (Merkblatt Stand 18.06.2026).
Was mache ich, wenn ich keine Sicherheiten habe?
Es gibt drei Wege. Beim StartGeld stellt die KfW das Kreditinstitut zu 80 Prozent von der Haftung frei. Beim ERP-Förderkredit 077 übernimmt eine Bürgschaftsbank eine 100-prozentige Garantie, weitere Sicherheiten entfallen. Und mit der Bürgschaft ohne Bank der Bürgschaftsbank NRW erhalten Sie bis zu 80 Prozent Ausfallbürgschaft über maximal 400.000 €, bevor Sie überhaupt mit einer Bank sprechen.
Wann muss der Förderantrag gestellt sein?
Vor Beginn des Vorhabens, so verlangen es die KfW-Merkblätter 067 und 077. Klären Sie mit dem Kreditinstitut, welche Verträge schon als Beginn gelten. Die Gewerbeanzeige nach § 14 GewO ist mit Beginn des Betriebs fällig. Die Mitteilung an das Finanzamt nach § 138 AO folgt innerhalb eines Monats.
Quellen
- Bundesministerium der Justiz, § 18 Satz 1 KWG, Kreditunterlagen, Fassung nach BRUBEG Quelle
- Deutscher Bundestag, Drucksache 21/3058 vom 03.12.2025, Regierungsentwurf BRUBEG, Neufassung § 18 Satz 1 KWG mit Schwelle 1 500 000 Euro, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- Bundesrat, Drucksache 80/26 vom 13.02.2026, Gesetzesbeschluss des Deutschen Bundestages zum BRUBEG, Artikel 25 zu § 18 KWG, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- Deutsche Bundesbank, Monatsbericht April 2026, Das BRUBEG: Inkrafttreten grundsätzlich zum 1. April 2026, Anhebung der Schwelle nach § 18 S. 1 KWG auf 1 500 000 €, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- EBA, Leitlinien für die Kreditvergabe und Überwachung, EBA/GL/2020/06, Randnummern 118 und 129, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- § 93 SGB III, Gründungszuschuss, Restanspruch 150 Tage und Stellungnahme einer fachkundigen Stelle, Fassung abgerufen 07.09.2026 Quelle
- § 94 SGB III, Dauer und Höhe der Förderung, Fassung abgerufen 07.09.2026 Quelle
- § 16b SGB II, Einstiegsgeld, Förderung für höchstens 24 Monate, Bemessung nach Dauer der Arbeitslosigkeit und Größe der Bedarfsgemeinschaft, abgerufen 11.09.2026 Quelle
- § 14 Abs. 1 GewO, Anzeigepflicht bei Beginn des selbständigen Betriebs eines stehenden Gewerbes, abgerufen 11.09.2026 Quelle
- § 138 AO, Anzeigen über die Erwerbstätigkeit, Auskünfte nach Absatz 1b elektronisch, Frist von einem Monat nach Absatz 4, abgerufen 11.09.2026 Quelle
- KfW, Produktseite ERP-Gründerkredit StartGeld (067), bis 200.000 € je Vorhaben, davon bis 80.000 € Betriebsmittel, 80 Prozent Risikoübernahme, keine Kombination mit anderen KfW- oder ERP-Programmen, abgerufen 11.09.2026 Quelle
- KfW, Merkblatt Kredit Nr. 067, ERP-Gründerkredit StartGeld, Stand 18.06.2026: bis 200.000 €, davon bis 80.000 € Betriebsmittel, eigene Mittel nach Möglichkeit, 80 Prozent Haftungsfreistellung, Laufzeiten, keine Kombination mit KfW- oder ERP-Programmen, De-minimis 300.000 €, Antrag vor Beginn, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- KfW, Produktseite ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077), bis 500.000 € je Antragsteller, höchstens 35 Prozent der förderfähigen Kosten, 100-prozentige Garantie der Bürgschaftsbank, abgerufen 11.09.2026 Quelle
- KfW, Merkblatt Kredit Nr. 077, ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge, Stand 10.12.2025: bis 500.000 €, bis 35 Prozent der förderfähigen Kosten, 100-prozentige Garantie einer Bürgschaftsbank, Laufzeiten und Zinsbindung, Antrag vor Beginn, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen, Bürgschaft ohne Bank, bis 80 Prozent Ausfallbürgschaft, maximal 400.000 €, Laufzeit bis 15 Jahre, Bindungsfrist der Offerte zwei Monate, abgerufen 11.09.2026 Quelle
- Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen, ExpressBürgschaft, 50 bis 80 Prozent bis 400.000 €, Entscheidung in max. 5 Werktagen, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen, Gründungs- und Nachfolge ExpressBürgschaft, 50 bis 70 Prozent, Entscheidung in maximal fünf Werktagen, abgerufen 11.09.2026 Quelle
- KfW, Geschäftskonzept / Businessplan, Formularnummer 600 000 5285, Stand 09/2025, achtteiliger Fragenkatalog als Orientierungsrahmen, abgerufen 11.09.2026 Quelle
- Bundesagentur für Arbeit, Fachliche Weisungen zum Gründungszuschuss §§ 93, 94 SGB III, Stand 13.09.2023, Gesetzestext sowie Rz. 93.46, 93.47 und 93.49, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- Bundesagentur für Arbeit, Formular Gründungszuschuss – Stellungnahme fachkundige Stelle, Beurteilungsraster von der fachlichen Eignung bis zur Gesamtbeurteilung der Tragfähigkeit, abgerufen 11.09.2026 Quelle
- Bundesagentur für Arbeit, Gründungszuschuss beantragen, zwei Phasen, Ermessensleistung, Kosten der Stellungnahme trägt der Antragsteller, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- KfW, Rentabilitätsvorschau, Formular 600 000 5284, Stand 04/2026, Geschäftsjahr 1 bis 3, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- KfW, Liquiditätsplan, Formular 600 000 5283, Stand 09/2025, Monat 1 bis 12 mit Privatentnahme und Kredittilgung, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- Bundesagentur für Arbeit, Fachliche Weisungen Einstiegsgeld § 16b SGB II, Weisung 202609002, Stand 03.09.2026, Nr. 2.5, 3.4, 3.5.1.2 und 3.5.1.3, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- Bundesagentur für Arbeit, Einstiegsgeld, Grundsicherungsgeld löst ab 01.07.2026 das Bürgergeld ab, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
- Mikromezzaninfonds Deutschland, Konditionen und Antrag über die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften, abgerufen am 20.09.2026 Quelle
Alle Angaben mit Stand 20.09.2026. Diese Seite erklärt Begriffe und Mechanik, sie ersetzt keine Beratung im Einzelfall.